Festplattencrash
Häufigstes Problem in KMUs: Festplattencrash
In KMUs gilt es oft, zwischen Zeit, Geld und Sicherheit
abzuwägen. Oft geht man aber auch unbewusst Risiken ein, indem man auf das
verlässliche Funktionieren der Systeme und die erstellten Backups vertraut.
Leider nutzen sich die mechanischen Teile von Computern ab. Früher oder später
kommt es dann zum Festplattencrash.
Ein gutes Backup sollte auch in der Organisation einen
Schwerpunkt bilden. Oft wird das Backup jedoch nicht richtig durchgeführt, vergessen
und so gut wie nie regelmäßig überprüft und auf seine Verlässlichkeit getestet.
Fehlermeldungen in den Logdateien des Computers werden nicht näher untersucht.
Was Sie bei einer defekten
Festplatte auf keinen Fall tun dürfen!
- Installieren Sie keine Windows-Software neu.
- Öffnen Sie die Festplatte nicht!
- Machen Sie sich nicht selbst mit Tools und Hilfsmitteln an die Arbeit
(Festplattenkontrolle, Syscheck, Diskdoctor, u.a.). Diese können die
Festplatte noch mehr beschädigen.
- Installieren Sie keine neue Software. Sie könnte wichtige Teile der
Festplatte beschädigen oder überschreiben.
- Wenn das System nicht startet, versuchen Sie es nicht weiter. Auch das
belastet die Festplatte. Oft sind die Daten auf der Festplatte
fragmentiert, wodurch die Köpfe der Festplatte über die Platte „kratzen“
könnten. Das häufigste Problem ist ein Defekt der Beschichtung. Je wärmer
die Festplatte dabei wird und je mehr sie in Bewegung ist, desto schlimmer
wird das Problem.
- Legen Sie Ihre Festplatte
NIEMALS in die Gefriertruhe. Diesen Ratschlag sehen wir manchmal im
Internet. Die Haltbarkeit Ihrer Festplatte verringert sich dadurch
beträchtlich!!
Was kostet eine Festplattenwiederherstellung?
Auf diesem Markt sind verschiedene Unternehmen tätig. Der
Fachausdruck, auf den Sie dabei achten müssen, ist Datenrettung oder
Festplattenwiederherstellung. Die Tarife für eine Datenrettung können von der Menge der Daten abhängen. Nach der
Diagnose erhalten Sie immer einen Kostenvoranschlag.
Privatpersonen (Konsumenten) wird oft ein niedrigerer
Preis berechnet.
Die Preise für die Wiederherstellung einer gewöhnlichen
defekten Festplatte (IDE) variieren zwischen ca. 400 und 1500 Euro.
Die Preise können je nach Typ der Festplatte/des Mediums
(z.B. RAID), dem Alter des Teils und dem betreffenden Schaden höher sein. Die
Schäden an der Festplatte werden im Allgemeinen eingeteilt in:
- Logische Probleme der Festplatte, etwa defekte Sektoren u.a. Diese
können in verschiedenen Abstufungen vorkommen.
- Probleme mit der Elektronik
- Probleme mit den Köpfen (mechanisch)
- Probleme mit den magnetischen Trägern (z.B. Beschichtung)
- Motor
Brandschäden wirken sich oft auf mehrere Teile aus:
Elektronik, magnetische Träger und Köpfe.
Viel hängt also vom Zustand ab, in dem sich die
Festplatte befindet.
Was tun bei
Datenverlust
Eine einfache Methode zum Vermeiden großer Schäden ist
das Backup. Erstellen Sie routinemäßig in festen Abständen ein Backup und
bewahren Sie dieses an einem separaten Ort auf. Dabei kann es natürlich immer
noch passieren, dass es zum Zeitpunkt des Backups zu Datenverlust kommt.
Sollte das der Fall sein, beachten Sie folgende Tipps:
- Schalten Sie alle Spannungsquellen aus. Wenn ein Problem mit der
Festplatte besteht, reagieren Sie darauf nicht mit mehrmaligem Ein- und
Ausschalten des Computers. Wenn das Problem physikalischer Art ist, wird
dadurch alles nur noch schlimmer. Innerhalb weniger Sekunden könnten Sie
all Ihre Daten verlieren.
- Handeln Sie mit Bedacht und nicht in Panik. Setzen Sie sich hin und
denken Sie nach. Haben Sie ein Backup erstellt? Wie wertvoll sind die
Daten? Können die Dateien manuell wieder erstellt werden und was wären die
Kosten?
- Wenden Sie sich für professionelle
Beratung an einen Spezialisten. Versuchen Sie nicht, das Rad neu zu
erfinden.
- Berühren Sie die Festplatte nicht. Öffnen Sie Festplatten niemals
selbst. Entfernen Sie keine Schrauben. Mit dem Lösen nur einer einzigen
Schraube kann sich der Schaden bereits verschlimmern.
- Installieren Sie das Betriebssystem nicht neu. Sie erhalten dadurch
keinen Zugang zu den alten Dateien.
- Verwenden Sie keine automatischen Wiederherstellungstools. Was auch
immer behauptet wird, diese Tools sind nicht in der Lage, Abhilfe bei Datenverlust
auf Grund von physikalischen Schäden zu schaffen. Sie werden den Schaden
im Gegenteil eher noch verschlimmern.
- Schließen Sie die Festplatte im Slave-Modus an. Möglicherweise gelingt
Ihnen der Zugriff jetzt. Diese Option ist praktisch, wenn nur ein Problem
des Betriebssystems vorliegt. Die Systemwiederherstellungsoption einiger
Betriebssysteme funktioniert nicht immer. Der Anschluss der Festplatte als
Slave ist eine erste Lösungsmöglichkeit.
- Verwenden Sie eine externe Festplatte für die Datensicherung. Diese
kann leicht mitgenommen werden. Auch ein USB-Stick mit hoher
Speicherkapazität ist eine Alternative, um die Daten mitzunehmen.
Verfasst von Maurice Bokma für RSE
Datenrettung
(info@rsedatenrettung.de)